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Warum SAP Cloud ALM kein Ersatz für den Solution Manager ist – und was jetzt zu tun ist

SAP Solution Manager läuft 2027 aus – doch Cloud ALM deckt nicht alle Funktionen ab. Was Unternehmen jetzt für einen reibungslosen Umstieg beachten sollten.

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Ende 2027 stellt SAP die reguläre Wartung für den Solution Manager ein. Für viele IT-Organisationen klingt das nach einem einfachen Werkzeugtausch: altes Tool raus, SAP Cloud ALM rein. Ein Blick in SAPs eigene Unterlagen zeigt aber: Ganz so einfach ist es nicht. Cloud ALM ist die von SAP empfohlene Zukunftsplattform – aber es deckt zentrale Solution-Manager-Funktionen, allen voran IT Service Management und Change Request Management (ChaRM), schlicht nicht ab. Wer das übersieht, steht 2027 ohne funktionierendes ITSM da.

Der Fahrplan: Wie viel Zeit bleibt wirklich?

Die reguläre Mainstream-Maintenance für SAP Solution Manager 7.2 endet am 31.12.2027. Danach lässt sich die Wartung nur noch eingeschränkt verlängern: Die Extended Maintenance läuft bis Ende 2030 und deckt nicht mehr den vollen Funktionsumfang ab. Wer auch nach 2030 noch weiterlaufen will, landet in der „Customer-Specific Maintenance“ – ohne Weiterentwicklung und ohne Rechtsanspruch auf neue Notes oder Fixes.

Abb. 1: Der Fahrplanzum Solman-Ausstieg – Mainstream Maintenance, Extended Maintenance und wasdanach kommt. Quelle: eigeneDarstellung, SAP (support.sap.com/alm/solution-manager), SAP-Hinweise 3255311& 52505; Stand August 2026.

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Heute, im Oktober 2026, bleiben davon noch rund 14 Monate bis zum harten Stichtag. Das ist wenig Zeit für Bestandsaufnahme, Toolauswahl, Migration und Know-how-Aufbau in einer neuen Systemlandschaft.

 

Warum Cloud ALM kein 1:1-Ersatz ist

SAP selbst räumt das offen ein: In der offiziellen „Modularization of ALM“-Tabelle steht bei IT Service Management schlicht „not in scope“ – mit dem Hinweis, dass die Funktion durch einen Drittanbieter abgedeckt werden muss. Auch für Change Request Management gibt es in Cloud ALM mit „Change Enablement“ nur eine funktional deutlich schlankere Alternative, ohne die gewohnte ChaRM-Tiefe. Weitere Funktionen wie SAPEarlyWatch Alert, Business Intelligence Monitoring, Data Volume Management und Data Consistency Management sind laut SAP entweder „not in scope“ oder „not planned“.

Abb. 2: Was Cloud ALM(nicht) ersetzt – Funktions-Mapping laut offizieller SAP-Modularisierungstabelle. Quelle: eigene Darstellung auf Basis von SAP, „Modularization of ALM“ –support.sap.com/en/alm/sap-cloud-alm/transition-to-sap-cloud-alm.html, Stand August 2026.

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Der Grund dafür ist strategisch nachvollziehbar: Cloud ALM ist bewusst schlanker und cloud-nativ konzipiert, während der Solution Manager über zwei Jahrzehnte zum Schweizer Taschenmesser für gewachsene, hybride SAP-Landschaften geworden ist. Genau diese Lücke – vor allem bei ITSM und ChaRM – müssen Unternehmen aktiv schließen, bevor der Solution Manager abgeschaltet wird.

Hinzu kommt ein oft unterschätzter Aspekt: Der Solution Manager war für viele Unternehmen die einzige direkte Verbindung ins SAP Support Backbone. Läuft diese Verbindung ohne Ersatz aus, verlieren IT-Abteilungen den direkten Draht zwischen ihrem eigenen (oft Non-SAP-)ITSM-Tool und der SAP-Welt – mit Folgen für Incident-, Change- und Service-Request-Prozesse entlang der gesamten Service-Lieferkette.

Wo stehen SAP-Kundenwirklich?

Der DSAG-Investitionsreport 2026, eine Befragung von 198 SAP-Anwenderunternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, zeigt: Das Bewusstsein für das Thema ist da, konkretes Handeln vielerorts noch nicht. Nur 24 Prozent der Befragten nutzen die SAP Integrated Toolchain (dazu zählt Cloud ALM neben Signavio, LeanIX und WalkMe) bereits teilweise oder vollständig. 39 Prozent planen das zumindest in Teilen, 17 Prozent haben keine Nutzung vorgesehen, und 16 Prozent kennen die Toolchain nicht oder halten sie für nicht relevant.

Abb. 3: Der Umstieg läuft an – aber langsam. Nutzung der SAP Integrated Toolchain in DACH-Unternehmen. Quelle: Eigene Darstellung auf Basis des DSAG-Investitionsreports2026, Erhebung 08.12.2025–21.01.2026, n=198.

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Bezeichnend ist außerdem: 63 Prozent der Befragten nennen das Wartungsende explizit als einen der stärksten Einflussfaktoren auf ihre SAP-Investitionsentscheidungen 2026 – noch vor der Umsetzung gesetzlicher Vorgaben. Das Thema ist also längst im Bewusstsein der IT-Entscheider angekommen. Die konkrete Umsetzung hinkt dem jedoch häufig hinterher, nicht selten aus denselben Gründen, die auch die S/4HANA-Transformation verzögern: Fachkräftemangel, parallel laufende Projekte und begrenzte Budgets.

Die eigentliche Herausforderung: Prozesse, nicht nur Technik

Die technische Migration von einem Tool zum anderen ist nur die halbe Miete. Die eigentliche Herausforderung liegt in der Kontinuität der Prozesse: laufende Change Requests und Change-Dokumente, offene Incidents, Service Requests, Problems, Knowledge-Artikel und ihre Archivierung dürfen in der Umstellung nicht verloren gehen – schon aus regulatorischen Gründen. Gleichzeitig müssen Prozess-Abweichungen zwischen altem und neuem Toolsauber adressiert werden, während Mitarbeitende in der Support-Organisation das neue Setup erst lernen.

Ein Big-Bang-Wechsel an einem Stichtag ist bei dieser Komplexität selten praktikabel – das Risiko von Prozessunterbrechungen und Datenverlust ist zu hoch.

 

Was jetzt zu tun ist: elastische Migration statt Big Bang

Aus unserer Projekterfahrung und den Diskussionen mit Experten hat sich ein Ansatz bewährt, den wir „elastische Migration“ nennen: ein Parallelbetrieb von altem und neuem ITSM-Tool mit bedarfsgerechter Synchronisation, statt einem harten Umschalttag.

Abb. 4: Elastische Migration – Parallelbetrieb zwischen SAP Solution Manager und neuem ITSM-Tool. Quelle: Lomnido Webinar „SAP Solution Manager End of Life“,15.05.2025; eigene Darstellung.

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Kern des Ansatzes:

  • Das neue ITSM-Tool wird von Beginn an als „Single Source of Truth“ positioniert, während der Solution Managerkontrolliert auslaufen darf.
  • Der Umstieg erfolgt flexibel und schrittweise – pro Prozess-Disziplin, pro Kunde, pro Instanz oder pro Abteilung, statt für die gesamte Organisation auf einen Schlag.
  • Prozess-Abweichungen zwischen beiden Systemen werden während der Übergangsphase aktiv adressiert statt ignoriert.
  • Know-how wird gezielt transferiert, damit Support-Teams die neuen Prozesse verstehen, bevor die alte Umgebung abgeschaltet wird.
  • Regulatorische Anforderungen, insbesondere die Archivierung historischer Knowledge- und Change-Daten, werden von Anfang an mitgeplant.

 

So bleibt das Tagesgeschäft – Incidents ,Service Requests, Changes, Defects, Knowledge – während der gesamten Übergangszeit stabil, während im Hintergrund kontrolliert migriert wird.

 

Fazit

SAP Cloud ALM ist ein sinnvoller Baustein für Monitoring, Projekt- und Testmanagement – aber kein vollwertiger Ersatz für den Solution Manager, solange zentrale ITSM- und ChaRM-Funktionen fehlen. Wer das Wartungsende 2027 nicht auf der letzten Rille erreichen will, sollte jetzt mitder Bestandsaufnahme beginnen und eine Lösung für die entstehende ITSM-Lücke einplanen.

Genau hier setzt Lomnido an: Mit unserer Lomnido Collaboration Plattform verbinden wir Ihr neues ITSM-Tool nahtlos mit der SAP-Welt und allen weiteren Partnern in Ihrer Service-Lieferkette – für volle Nachvollziehbarkeit, frühzeitig erkannte Prozesslücken und einen Umstieg, der Ihr Tagesgeschäft nicht gefährdet. Sprechen Sie uns an, wenn Sie Ihre Solution-Manager-Migration jetzt angehen wollen.

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